| Keramik aus dem Kannenbäckerland... |
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![]() Das höchste Ansehen genossen im Westerwald die Töpfer, die mit der Salzglasur arbeiteten. Man nannte sie Euler, vom lateinischen Wort aula = Topf. Im Laufe des Mittelalters kristallisierte sich eine Region heraus, in der das Töpferhandwerk jahrhundertelang die gewerbliche Produktion beherrschte und bis heute mit Erfolg betrieben wird: das im südwestlichen Wester-wald gelegene Kannenbäckerland, zu dem die Städte und Gemeinden Höhr-Grenzhausen, Hilgert, Hilscheid, Ransbach-Baumbach, Mogendorf, Bendorf und Vallendar am Rhein zählen. Archäologische Funde belegen, dass hier seit der vorgeschichtlichen Zeit immer wieder Tonwaren hergestellt wurden. Eine durchgängige Entwicklung setzte jedoch erst im späten Mittelalter ein. Im 13. und 14. Jahrhundert gelang den so genannten Eulern – wie die traditionellen Töpfer im Kannenbäckerland auch genannt werden – der Übergang von der porösen Irdenware zum dichtgebrannten (gesinterten) Steinzeug. ![]() Steinzeug gehört zu den klassischen Produkten aus dem Westerwald.
Das auf der Töpferscheibe gedrehte, hellgraue Gebrauchsgeschirr wurde entweder mit einer rotbraunen Lehm- Engobe überzogen („rote“ Ware) oder zeigte rötliche Flammungen (geflammte Ware). Diese Steinzeugart beherrschte bis Ende des 16. Jahrhunderts die Produktion. Mit dem Zuzug erfahrener Kunsttöpfermeister aus dem Aachener und Siegburger Raum, die infolge von Kriegsereignissen aus ihrer Heimat vertrieben oder von den Westerwälder Landesherren gerufen worden waren, begann um 1600 eine neue Epoche. Die Zugezogenen führten das graublaue, salzglasierte Stein-zeug ein, das noch heute für das Kannenbäckerland charakteristisch ist. Im 17. Jahrhundert erreichte das Westerwälder Steinzeug eine künstlerische Blütezeit, weil die Produktion anderer Töpferzentren während des Dreißigjährigen Krieges zum Erliegen gekommen war. Der Westerwald blieb von den Kriegsereignissen nahezu unberührt. Im 18. Jahrhundert stieg die Zahl der Euler rasch an. |






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